Feb. 17th, 2011

G.

Feb. 17th, 2011 12:16 am
resa: (jump!)

Ich habe die beste Professorin, die es gibt auf der Welt. Ich habe ja schon relativ lange keine Lobeshymnen mehr auf sie gesungen, weil alles, was mit meiner nahen Zukunft/ihr als meiner Doktormutter zusammenhängt sehr, sehr ungewiss ist und ich darüber nicht gern nachdenke. Jetzt hatten wir aber letzte und diese Woche Vorstellungsgespräche am Institut und die FS-Mädels und ich waren als Fachschafts-/Studentenvertreter darin involviert und G., meine Professorin, eben auch. Und ich weiß mal wieder, was ich an ihr habe.

Das Ärgerliche ist nur, dass ich es nicht gut benennen kann... Es klingt so trivial, wenn ich sage: "Sie denkt mit", "Ihr ist wirklich wichtig, was die Studenten denken" und "Sie hat ihren professoralen Kopf nicht völlig in den Wolken". Sie kann außerdem kommunizieren. Auch nichts Besonderes, oder? Denkste! Das ist so selten, so verdammt selten hier, ich meine, dass jemand pragmatisch und effizient reden und zuhören kann! Ich habe in den letzten zwei Jahren sehr viele Kurse bei ihr besucht und bin so verwöhnt dadurch, dass mir im Kontakt mit den anderen Professoren immer häufiger auffällt, wie schwer es ihnen teilweise fällt, Diskussionen anzustoßen, am laufen zu halten und irgendwann auch auf ein Ende hinzuführen. (Natürlich finden es auch nicht alle Professoren gleich wichtig, dass die Studenten diskutieren und sie selbst in den Hintergrund treten.) Und während bzw. nach den Vorstellungsgesprächen fielen mir diese Fähigkeiten von ihr mal wieder sehr stark auf.

Oh Mann, oh Mann. In der letzten Woche, die so verflixt vollgestopft war mit Fachschaftsarbeit, habe ich mal wieder unglaublich viel über Hierarchie und Diplomatie gelernt - und natürlich über mich selbst. Das ist echt ganz schön wow. Und ich werde die Chance auch nutzen, Feedback von G. für uns abzuholen, denn sie nicht zu fragen, wie sie uns und unser Auftreten, unsere Argumentation etc. wahrgenommen hat, wäre eine furchtbares Versäumnis von konstruktiver Kritik. Ich meine, würde ich Prof. B. fragen, wie wir auf ihn gewirkt haben, würde er lächeln, glücklich aussehen (wie er's immer tut, der Glückliche!) und sagen, dass er unser Engagement unglaublich schätzt. Und was müsste ich dann nach Vorstellungsgesprächsmanier eigentlich antworten? "That didn't answer the question..."

Wie gesagt, manche Menschen kommunizieren eben effizienter als andere. Obwohl ich 'effizient' genauer definieren müsste, um ihm 'leeres Gelaber' ankreiden zu können, aber ihr wisst, was ich meine, oder? Jedenfalls, meine Professorin ist die beste der Welt und ich hoffe, dass ich, egal, wie lange ich noch hier sein werde, mir noch einiges von ihr Abschauen können werde. Ich wage ja gerade aus verschiedenen Gründen nicht mehr so ganz davon zu träumen, aber wie großartig wäre es denn bitte, wenn diese Frau als Doktormutter für ein paar Jährchen eine schützende Hand über meine akademische und auch persönliche Entwicklung halten würde? Oh Mann...


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